Aaron Weber

Mein Körper war nicht immer ein einfacher Ort.

Bewegung war schon immer ein zentraler Bestandteil meines Lebens und meiner Arbeit. Was sie mir bedeutet, habe ich neu verstanden, als sie nicht mehr selbstverständlich war.

Porträt von Aaron Weber.

Mein Hintergrund

Erst Bewegung. Dann eine andere Frage.

Ich habe viel getanzt und mich in Contemporary Dance, Contact Improvisation, Akrobatik und Körpertheater bewegt. Auch Yoga, Meditation und Kampfkunst haben mich begleitet. Durch all das habe ich auf körperliche Weise etwas darüber gelernt, was es heißt, Mensch zu sein und miteinander in Beziehung zu treten - und wie viel ein Körper ausdrückt, noch bevor jemand ein Wort sagt.

Gleichzeitig war Bewegung für mich lange mit Können, Intensität und einer gewissen Dringlichkeit verbunden. Sie gehörte zu einer bestimmten Vorstellung, die ich von mir selbst hatte. Ich mochte diese Kraft, aber ich habe mich auch stark mit ihr identifiziert.

Kein geradliniger Lebenslauf

Mein Weg lässt sich nicht gut in einen klassischen Lebenslauf fassen. Ich bin in einem Seminarhaus aufgewachsen und kam schon früh mit Menschen in Kontakt, die dort Retreats und Seminare angeboten haben. Später habe ich viel auf Reisen gelernt: Ich verbrachte Zeit mit einer Sufi-Gemeinschaft in der Türkei, deren spirituelles Verständnis sich meinem eigenen sehr nah anfühlte. In Indien war ich in Ashrams und begegnete spirituellen Lehrern. Einer meiner Tanzlehrer war Derwisch und Schüler von Gurdjieff.

Ich habe auch auf sehr unterschiedliche Weise gelebt: ohne Geld in einer Höhle bei Granada, auf einem Internat unter wohlhabenden Mitschülern und mitten im Berliner Nachtleben. Diese Gegensätze haben meinen Blick auf Menschen, Zugehörigkeit und die vielen möglichen Arten zu leben geprägt.

Als mein Körper Grenzen setzte

Chronische Krankheit und körperliche Begrenzung haben mein Verhältnis zu ihm verändert. Die Frage war nicht mehr nur: Was kann ich mit meinem Körper machen? Sondern immer öfter: Was geschieht eigentlich gerade in mir? Was braucht Aufmerksamkeit - auch wenn ich es nicht sofort ändern kann?

Ich will diese Erfahrung nicht romantisieren. Es gab und gibt darin Schwieriges. Aber sie hat mich gezwungen, tiefer zu schauen und Geduld mit Prozessen zu entwickeln, die sich nicht beschleunigen lassen. Das macht mich nicht zum Experten für das Erleben anderer. Es hilft mir, genauer zuzuhören und nicht vorschnell zu wissen, was für jemanden richtig ist.

„Wenn Körper und Geist beisammen sind, bist du ganz gegenwärtig.“
Thich Nhat Hanh · eigene Übersetzung · Gespräch bei Plum Village ↗

Dem Schmerz gemeinsam Raum geben

Wichtig ist mir auch die Trauerarbeit. Ich habe Räume erlebt, in denen Menschen gemeinsam einen sicheren Rahmen schaffen, um Trauer und Weltschmerz auszudrücken. Dort musste niemand mit dem Schweren allein bleiben oder es sofort in Hoffnung verwandeln. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel es bedeuten kann, einander zuzuhören und auch dem Raum zu geben, wofür zunächst die Worte fehlen.

„Dieser Körper ist ein Gästehaus. Jeden Morgen kommt ein neuer Gast.“
Rumi · Masnavi V, 3644 · eigene Übersetzung nach R. A. Nicholson · Vers und Übersetzung ↗

Somatic Experiencing

In meiner Ausbildung in Somatic Experiencing (SE) am Zentrum für Innere Ökologie (ZIO) in Zürich haben viele Fragen aus meinem eigenen Weg eine präzisere Form bekommen. Ich lerne, Schutzreaktionen, Aktivierung, Ressourcen und die feinen Veränderungen im Kontakt genauer wahrzunehmen - ohne einen Menschen auf sein Nervensystem zu reduzieren.

Ich begleite Menschen auf Augenhöhe; meine eigene Erfahrung ist dabei eine Quelle von Verständnis, kein Maßstab für deinen Weg.

Was meine Arbeit trägt

  • Neugier auf das konkrete Erleben statt schneller Deutungen
  • Autonomie und ein Vorgehen, das nachvollziehbar bleibt
  • Aufmerksamkeit für Ressourcen und für die Beziehung zwischen uns
  • Raum für Widersprüche, Nichtwissen und das, was noch keine Worte hat

Tanz & Bühne

Bewegung als künstlerische Sprache.

Tanz ist ein eigener Teil meines Weges: körperlich, unmittelbar und im Dialog mit Raum, Ensemble und Publikum.

Einblicke in meine Bühnenarbeit

Kontakt

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